Römische Säulen, Empanadas und Magiergeschichten

Nachdem ich gestern um 0 uhr, nach einem dreistündigen Interview/ Gespräch mit einem Gitarristen nachhause gekommen bin, habe ich heute morgen zunächst Manuel Delgado in seinem Büro besucht um ihm von meinen sehr interessanten Erlebnissen erzählt ( Interview folgt am Wochenende, ich muss erstmal 4 Stunden Interviewmaterial transkribieren;)).

Am Nachmittag bin ich in den Genuss einer privaten Stadtführung gekommen. Der Bruder einer Freundin ist alteingesessener Barcelonianer und kennt Barcelona wie seine Westentasche. Nicht nur die Straßen, auch die Menschen, die Gebäude und die dazugehörigen Jahreszahlen – ich war sehr beeindruckt. Wir starteten unseren Rundgang in El Born, ein Teil von Cuidad Vella (übersetzt: die alte Stadt). Als erstes kamen wir an den Placa Jaume 1, der Platz an dem die Stadt Barcelona einst gegründet wurde, erzählte Xavier. Gegründet wurde die Stadt von den Römern und der heutige Placa Jaume 1  bildete einst das Forum, wie die Zentren römischer Städte genannt wurden. Damals hieß die Stadt noch Barcino worasu später Barcelona wurde. Weiter ging es in das Labyrinth der kleinen Gassen in denen sich die Menschen und Straßenmusiker tummelten, bis wir auf einen überdachten Innenhof stießen in dem vier Tempelsäulen aus der Römerzeit emporragten.Ein Ort der mir, von der lauten Straße kommen, unglaublich ruhig vorkam.

In Gespräche über die Entwicklung der Stadt Barcelona vertieft, kamen wir zu einem der ältesten Läden Barcelonas, ein Schuster. Wir traten ein und der Schuster, dessen haut fast so ledrig war wie das Material das er bearbeitete, begrüßte uns freundlich. Xavier kannte ihn natürlich. Er erzählte uns, dass er in diesem Laden seit 1962 arbeite. Damals sei die Straße in der der Laden lokalisiert ist und die gesamte Stadt ganz anders gewesen. Keine Läden mit kleinen Mitbringsel für Touristen sondern Läden von alt eingesessenen Familien. Das Viertel in dem wir uns befanden, war einst das Viertel der Artisanen. der Platz an dem sich der Schuster befand, war ein kleiner dreieckigere Platz an dem einst Leinen gewaschen und verkauft wurden. Wir verabschiedeten uns von dem Schuster und gingen weiter in Richtung Raval. Der nächste Stop war das alte Hospital (gebaut um 1500), dass heute eine Bibliothek ist. Eine Bibliothek, die sich wirklich Bibliothek nennen kann. Das Innere der Bibliothek zeigte eine Mischung aus gotischen Steinbögen und Holzverkleidung. Eine Karte für diese Bibliothek bekamen nur die, die von einem Mitglied vorgeschlagen wurden. Xavier stellte mich dem Mann an der Rezeption vor und nun bin ich stolze Besitzerin einer Karte für diese wunderbare Bibliothek. Als nächstes kamen wir zu dem Platz des heiligen Pedro und kehrten ein in ein kleines unscheinbares Restaurant/Kantine hinter dessen Laden-Theke ein weiß gekleideter dicker Koch stand mit Kochmütze und einem breiten Lächeln. Er erklärte uns sein Repertoir an leckeren gerichten, die alle vor Ort handgemacht wurden. Ein riesiger Steinofen hinter der Theke war beschäftigt all diesen Leckereien den letzten Schliff zu geben. Die Empanadas seien eine besondere Delikatesse, weihte mich Xavier ein. Wir bestellte jeweils eine Empanada und während wir auf unsere Empanadas warteten, erzählte uns der Koch von seinen 17 Büchern die er bereits veröffentlicht hatte und die sich auf der Ladentheke direkt über Kartoffel Gratin, Paellea, Crema catalana und Nudelauflauf mit Ananas, die Oberfläche der Theke zueigen machten. Es waren alles Fantasiegeschichten im Stile eines Kinderbuchs illustriert, die mich an das Buch: der kleine Prinz erinnerten.

Mit köstlichen Empanadas und noch besserem Ambiente versorgt verließen wir den Laden und machten uns auf den Weg gen Heimat.

Pedro

Pedro

Bibliothek

Bibliothek

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